
Die allgemeine Luftfahrtkrise machte im Vorjahr auch nicht vor den Toren Österreichs halt: Nach knapp 10% Wachstum im Jahr 2007 konnte 2008 ein Passagierzuwachs von "nur" 4,2% auf den sechs österreichischen Verkehrsflughäfen verzeichnet werden. Damit lag man allerdings noch weit über der internationalen Passagierentwicklung (Airports Council International zeigte für 2008 europaweit einen leichten Rückgang von 0,2% bei den Fluggastzahlen). Insgesamt wurden im Vorjahr auf den Flughäfen Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck, Linz und Klagenfurt 24,77 Mio. Passagiere abgefertigt 2007 waren es rund 1 Mio. Fluggäste weniger.
Die Passagierzahlen im Detail ...
Und Reaktionen dazu (TT, 12.2.2009) ...
Nach der sogenannten Privatisierung im Jahr 2003, bei der die Bundesanteile der Flughafens Innsbruck an die beiden Gebietskörperschaften Stadt und Land verteilt wurden, welche diese wiederum an die Innsbrucker Kommunalbetriebe IKB weitergaben, erfolgte im Herbst 2008 eine neuerliche Änderung der Eigentümerstruktur an der Tiroler Flughafenbetriebsgesellschaft TFG.
Und so stellt sich dies im Einzelnen dar ...
Das wird sich StR Peer und Vorsitzender des Flughafenumweltforums gedacht haben, als er am
5. Dezember 2008 die Presseaussendung zum erfolgreichen Arbeitsjahr 2008 des Fughafen-Umweltforums verfügte.
http://www.innsbruck.at/io30/browse/Webseiten/Content/FlughafenumweltforumBilanz2008_de.xdoc
Hat er doch bei der 25. Sitzung des FLUF am 15.5.2007 kundgetan:
Protokollauszug:
„Dieser Erfolg (Anm.: Reduktion der Leerflüge der Air Alps und damit verbundene Triebwerksprobeläufe) kam durch den Beschluss des Umweltforums zustande Peer möchte diesen Erfolg als solchen auch medial verwerten.“
„Am 15. oder 16.5. (2007) soll eine Pressekonferenz abgehalten werden. Walter Peer schließt hiermit den Themenbereich der Überstellungsflüge und Triebwerksprobeläufe.“
Dafür hat er jetzt sage und schreibe volle eineinhalb Jahre gebraucht. Der zeitliche Ablauf ist schnell geschildert man beachte die Jahreszahlen:
Bereits im Jahr 2006 monierten die Anrainervertreter im Flughafenumweltforum und jetzigen Vorstandsmitglieder der AIA, dass die frühmorgendlichen, außerhalb der Betriebszeiten durchgeführten Probeläufe - verbunden mit den nachher stattfindenden Überstellungsflügen nach Bozen - der Air Alps eine nicht zu tolerierende Lärmentwicklung bedeuten,
Anfang 2007 wurde nach einem diesbezüglichen Briefverkehr, durch Gespräche von Vertretern des FLUF mit Geschäftsführer Partl und nicht zuletzt durch den Einsatz der Flughafenbetriebsleitung erreicht, dass die Probeläufe zwischen 5.00 und 6.00 Uhr nicht mehr durchgeführt werden, wodurch sich auch die Anzahl der Überstellungsflüge reduzierte.
Die lt. Peer Ende 2007 eingeleiteten Maßnahmen wurden also bereits 2006 eingeleitet und das Thema im Mai 2007 von ihm als abgeschlossen erklärt. Die von Franz Huber, Anrainervertreter im Flughafen-Umweltforum, kolportierte „merkliche Lärmreduktion in den frühen Morgenstunden“ ist also auch bereits vor eineinhalb Jahren passiert. Für ihn offensichtlich unbemerkt.
Die Flugbewegungen in Innsbruck haben sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Besonders der Charterflugverkehr im Winter macht der Anrainerschutzgemeinschaft (AIA) zu schaffen und erzürnt vor allem die Anwohner in Kranebitten. Lärmschutz ist von Seiten der Flughafengesellschaft jedoch kein Thema.
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Großes Medienecho erfährt momentan das Ansuchen des Sanatoriums Hochrum bezüglich des Baus eines Hubschrauberlandeplatzes. Verständlich und nachvollziehbar, dass die Wohnbevölkerung mit allen Kräften versuchen will, dies zu verhindern, rechnet man doch mit 5 Starts und Landungen pro Tag, das sind an die 3600 Flugbewegungen pro Jahr. Dr. Franz Abfalter hat daher eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen, da die Bevölkerung von Seiten des Bürgermeisters mit keiner Unterstützung zur Wahrung ihrer Wohn- und Lebensqualität rechnen kann.
In Rum liegen Unterschriftslisten auf. Auch wir werden jede Unterstützungserklärung (kurzes email genügt) gerne weiterleiten.
Quelle: Bezirksblatt 12.11.08:
Das Sanatorium Hochrum hat beim Land Tirol um die Genehmigung für einen Hubschrauberlandeplatz angesucht. Damit soll die Transportzeit für Unfallopfer verkürzt werden. Anrainer fürchten jetzt aber die Lärmbelästigung in der sonst sehr ruhigen Wohngegend.
Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg ordnet im „Regionalen Strukturplan Gesundheit“ die Tiroler Spitalslandschaft neu.
BEZIRK LANDECK (tani). Die Diskussion kommt genau zum richtigen Zeitpunkt, sie kommt aber auch gelegen. Zum richtigen Zeitpunkt, weil das Krankenhaus Zams durch eine 50-Mio.-Investition ausgebaut werden soll. LR Tilg ist bestrebt, die Umbaupläne den neuen Zielen anzupassen.
Abteilung für unheilbare Kranke
Die Tiroler Bevölkerung wird immer älter. Diese demographische Entwicklung erfordert neue Formen der Pflege. Die Voraussetzungen dafür können in den Abteilungen für Palliativmedizin (Versorgung von unheilbar Kranken) und Akutgeriatrie (Alterserkrankungen) geschaffen werden. Diese soll das KH Zams zusätzlich bekommen. Über das neue bauliche Gesamtpaket und die Finanzierung verhandelt LR Tilg mit dem Krankenhaus und dem Krankenhausverband laufend. Eine nächste Gesprächsrunde ist noch vor Weihnachten geplant.
Lärmbelastung eindämmen
Gelegen kommt die Strukturplan-Diskussion Helmut Gstir. Der Zammer Dorfchef will in einem Aufwaschen das Notarzt-hubschrauber-Problem gelöst haben. Es ist ein neuer Anlauf. „Die Lärmbelästigung für die Bevölkerung gerade an Spitzentagen im Winter ist enorm. Es gibt zusehends Widerstände“, betonte Bgm. Gstir. Er habe bereits die Vorgängerregierung gebeten, die Bescheidauflagen für die Notarzt-hubschrauber zu überprüfen.
Nicht nur Notfälle
„Es sind nicht nur Notfälle die eingeliefert werden. Nach meiner Schätzung dürften ein Viertel bis zu einem Drittel der Patienten nicht per Hubschrauber gebracht werden. Aber meine Aufforderung per Brief war erfolglos“, so Bgm. Gstir. Darauf angesprochen meinte LR Tilg: „Grundsätzlich sind Bescheide da, um eingehalten zu werden. Bgm. Gstir soll mich diesbezüglich kontaktieren“.
Der ursprünglich geplante Ausbau des KH Zams umfasste eine Neurologie-Psychiatrie, eine OP-Einheit, eine Schlaganfall-Station (Stroke Units) sowie einen Fachschwerpunkt für Augen und Orthopädie.
Die Geschichte der Innverlegung ist eine Geschichte voller Missverständnisse.
So wurde zuerst die Maximalvariante mit einer Verlegung des Flusslaufes bis an die Autobahn als die einzig mögliche für den Weiterbestand des Flughafens beworben, dann als die schlechteste verworfen. Man entschloss sich für eine „Light-Variante“ im Ausmaß von einer halben Innbreite. Bei dem 60 Meter breiten Innfluss wurden dann als „halbe Flussbreite“ 60 Meter genannt. Aus diesen 60 Metern sind zwischenzeitlich 80 Meter geworden.
Dann wurden Politik und Presse mit Zahlen gefüttert:
Die geschätzten Projektgesamtkosten stiegen von rund € 6 Millionen, auf € 8 Millionen, dann auf € 9 Millionen, € 11 Millionen auf der Flughafen Homepage und gipfelten in der ORF-Meldung vom 13. November 2008 in € 13 Millionen.
So oder so ungeheure Summen, nur um einen ICAO-Standard zu erfüllen(?).
Wie einfach ist hier doch die Rechnung für die Kosten von passivem Lärmschutz für die Bevölkerung.
Magere € 775.000.- würden nach Schätzung von Lärmschutzexperten genügen, um hier - wenigstens, wenn man sich im Haus oder in der Wohnung befindet - die größten Belastungen von den Menschen abzuwenden und etwas mehr an Lebensqualität herzustellen.
Es ist gerade im Hinblick auf den kommenden Wintercharter nicht nachvollziehbar, dass man einerseits am Flughafen mit Millionen von Euros für z. B. ein neues Flugleitsystem, Sicherheitsmaßnahmen, Kauf von Grundstücken, Multifunktionshalle, Bau des Ankunftsbereiches, neue Sanitäranlagen und last but not least die Innverlegung jongliert und auf der anderen Seite nicht einen Cent übrig hat, um die negativen Auswirkungen dieses Wachstums auf die Bevölkerung abzumindern.
Wie Dir. Falch selbst sagt, müssen diese Kosten hereinverdient werden, indem man mehr Flugverkehr nach Innsbruck zieht. Die Innsbrucker Bevölkerung bezahlt also doppelt: erstens mit ihren Steuergeldern und zweitens mit ihrer Gesundheit. Mit Sicherheit übersteigen die volkswirtschaftlichen Kosten , die aus den Gesundheitsschädigungen durch Lärm resultieren, bei weitem die für die Investition von bauseitigem Lärmschutz erforderlichen.
http://www.innsbruck-airport.com/index.html/_aid/1016042/_a/346698/_sa/349585/_lang/de
... und zieht eine erfolgreiche Bilanz. Weniger erfolgreich erwartungsgemäß für die Anrainer. Sie warten noch immer vergeblich auf bauseitigen Lärmschutz, trotz zunehmender Flugbewegungen im Wintercharter und vor allem im Businessbereich, der mit immer größeren und lauteren Fluggeräten bedient wird.
In einer Presseaussendung schließen sich die Innsbrucker Grünen den Forderungen der Anrainer an:
Seit kurzem findet sich der Geschäftsbericht des Innsbrucker Flughafens für das Geschäftsjahr 2007 online. "Die wirtschaftliche Erfolgsstory hat aber auch eine Kehrseite", so die GRÜNE Stadträtin Uschi Schwarzl, "diese heißt starke Lärmbelastung für die Wohnbevölkerung."
Wie aus dem Bericht hervorgeht, boomen am Innsbrucker Flughafen die Passagierzahlen, wobei dafür mit plus 17,9% gegenüber dem Vorjahr vor allem der Low-Cost-Linienverkehr verantwortlich ist, der sukzessive den Charterverkehr ablöst. Ob dieser angesichts der starken Anbieterfluktuation der wirtschaftlichen Stabilität des Flughafens besonders dienlich ist, sei abgesehen von der ökologischen Sinnhaftigkeit zu hinterfragen.
Bemerkenswert auch die Feststellung im Geschäftsbericht, wonach in den ersten drei Monaten des Jahres 2008 um 100.000 bzw. 30% mehr Passagiere gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres abgefertigt wurden. "Zusammen mit den Flügen anlässlich der EURO lässt das 2008 erneut zu einem Rekordjahr für den Innsbrucker Flughafen werden", gibt die GRÜNE Stadträtin zu bedenken, "das bedeutet auch gestiegene Flugfrequenzen in dieser Zeit." Alleine in den Monaten Jänner und Feber haben die Linien- und Charterflugbewegungen um 582 bzw. 21% im Vergleich zu 2007 zugenommen. Für die Gesamtflugbewegungen ergab sich sogar eine Steigerung um 1.508 . Das ist ein Plus von fast 27%.
"Wenn man dazu weiß, dass in den beiden Monaten 2008 alleine an der Messstelle 1 - Ursulinen - über 1.300 Fluglärmereignisse mit einem maximalen Schallpegel größer 90 dB gemessen wurden, dann erhält der Geschäftsbericht auch eine Lärmdimension, die er geflissentlich verschweigt", bemängelt Schwarzl. Da wirke der Hinweis, wonach der energieäquivalente Dauerschallpegel in den verkehrsreichsten 6 Monaten des Jahres 2007 an der Messstelle 3 - Allerheiligen - bei 55,5 dB gelegen sei, fast zynisch. Denn jedeR wisse, dass beim Fluglärm nicht der Dauerschallpegel sondern die maximalen Schallpegel ausschlaggebend sind.
"Der aktuelle Flughafengeschäftsbericht bestätigt uns GRÜNE somit in unserem Bemühen, wirtschaftliche Prosperität des Flughafens und Schutz vor Lärm für die Bevölkerung in Einklang zu bringen", so Uschi Schwarzl. Dieses Bemühen erscheine angesichts dieses Berichtes wichtiger denn je. "Zudem sei es an der Zeit, dass auch die Wohnbevölkerung an der steigenden Prosperität des Flughafens teilhat", fordert Schwarzl Lärmschutzfenster für die FlughafenanrainerInnen, finanziert nach dem VerursacherInnenprinzip wie etwa in Zürich.
Wozu hat man Freunde? Das dachten sich wohl Flughafen-Direktor Falch und StR Peer, als sie vor dem Dilemma standen, bei den vom Flugverkehr betroffenen Anrainern keinen Gesprächspartner mehr zu haben.
